Südwestküste von Australien
Jan 29

Ab in den Norden!

Urlaub  | Gelesen: 1217 · zuletzt: 10. November 2019 Add comments

So, mittlerweile haben wir schon über 7000 km mit unserem Adventure-Camper zurückgelegt und können endlich mal wieder über unsere Erlebnisse im Nordwesten Australiens berichten.
Von Perth aus ging es erst mal nordwärts Richtung Cervantes zur Pinnacle Dessert. Diese Wüste besteht aus vielen einzelnen Sandsteinen, die wie Nadeln in den Himmel ragen und sehr lustig aussehen. Hier haben wir dann auch den Sonnenuntergang bestaunt und wieder unzählige Bilder geschossen.

Pinnacle Dessert


       
Pinnacle Dessert


Weiter ging es die Küste entlang nach Kalbarri und in den gleichnamigen Nationalpark. Hier haben wir bei über 45°C gewaltige Schluchten und Steinformationen bewundert und die Welt durch das „Natures Window“ betrachtet. Außerdem haben wir den Rainbow Jungle, einen Papageien-Park, und eine Seepferdchen-Zuchtstation besucht.

Natures Window im Kalbarri Nationalpark


       
Kalbarri Nationalpark


Ara im Rainbow Jungle


       
Rainbow Jungle


Bis zu unserem nächsten Ziel, der Shark Bay, gab es bis auf zwei Roadhouses (Tank-/Raststätte) nichts weiter als das australische Buschland zu sehen. Die Shark Bay ist ein riesiges Land- und Meer-Gebiet, dass 1991 zum Weltnaturerbe erklärt wurde und in dem es viele einzigartige Dinge zu sehen gibt.
Zuerst haben wir uns den Hamelin Pool und die als „lebende Fossilien“ bezeichneten Stromatoliten angesehen, die in dem glasklaren Wasser echt toll aussahen!

Stromatoliten im Hamelin Pool


       
Stromatoliten im Hamelin Pool


Weiter ging es an den Shell-Beach, einem 120 km langen, schneeweißen und NUR aus Muscheln bestehenden Strand, die früher sogar für den Hausbau in der Region benutzt wurden. Bis heute ist nicht klar, weshalb sich die Muscheln in dieser Masse hier anhäufen, aber es ist sehr beeindruckend.

Shell Beach


       
Shell Beach


Die nächsten zwei Tage haben wir dann der Shark Bay, Monkey Mia und dem Peron National Park gewidmet. In Monkey Mia gibt es zwar keine Affen zu sehen, dafür ist es aber weltberühmt für seine (wild lebenden) Delphine, die jeden morgen an den Strand kommen und dort von zahlreichen Besuchern bestaunt und zum Teil auch gefüttert werden. Dieses Spektakel haben wir zwar etwas kritisch betrachtet, aber so viele Delphine aus nächster Nähe zu sehen, war wirklich einmalig!

Delfin in Monkey Mia


       
Monkey Mia


Weiter ging es dann auf dem Wasser, wo wir mit einem Katamaran die Buchten und die hier lebenden Dugongs (Seekühe) gesucht und auch gefunden haben. In der Shark Bay existiert eine große Dugong-Population und da diese vegetarischen Säugetiere immer mal wieder zum Luft holen an die Wasseroberfläche kommen müssen, konnten wir zahlreiche Dugongs und ihre Kälber sehen. Außerdem gab es auf dieser Segeltour noch Delfine, Schildkröten und giftige Wasserschlangen zu beobachten.

Dungong


       
Dungong und Kalb


Am nächsten Tag ging es dann in den Francois Peron National Park, der an einer Spitze der Shark Bay angesiedelt ist. Hier gab es ebenfalls zahlreiche Tiere und eine ehemalige Schafzuchtstation zu sehen und wir wissen jetzt auch, weshalb die Shark Bay so heißt, denn hier treffen nicht nur rote Felsen auf das azurblaue Meer, sondern es tummeln sich hier auch zahlreiche Haie…

Cape Peron


       
Bottle Bay im Cape Peron Nationalpark


Weiter ging die Fahrt nach Coral Bay und Exmouth, wo das Ningaloo Reef, der kleine Bruder des Great Barrier Reefs, auf seine Erkundung durch uns wartete. Der große Vorteil des Ningaloo Reefs ist, dass man es meist direkt vom Strand aus mit der Schnorchelausrüstung erreichen kann und somit keine mehrstündigen Touren buchen muss. Das haben wir natürlich dann auch gleich gemacht und dabei unter Wasser viele Korallen, Seesterne, Rochen und kleine, große und bunte Fische gesehen!

Schnorcheln am Ningaloo Reef


       
Rochen am Ningaloo Reef


An der Küste des Ningaloo Reefs gibt es ebenfalls einen Nationalpark, der Cape Range Nationalpark, der von vielen schneeweißen Stränden und türkisblauem Wasser gesäumt wird, in dem es sich natürlich herrlich Schwimmen und Schnorcheln lässt. ;) In den Wintermonaten kann man hier auch Walhaie beobachten, die an der Küste vorbei in kältere Gewässer ziehen. Da aber im Moment Sommer ist, konnten wir ein ganz anderes Ereignis bestaunen… Nach Sonnenuntergang kommen viele riesige Wasserschildkröten an die Strände des Nationalparks, um dort ihre Eier im Sand zu vergraben, wo dann einige Wochen später kleine Baby-Schildkröten ihren Weg ins Meer suchen.
Also haben wir uns abends an einen der einsamen Strände gesetzt und auf den Einbruch der Nacht und die Turtles gewartet. Die riesigen Löcher am Strand konnte man tagsüber schon gut sehen, aber als wir da so saßen und warteten, kamen tatsächlich einige Schildkröten den Strand hoch gekrochen, um ihre Eier abzulegen und wir waren live dabei! Der Sand ist mehrere Meter weit geflogen und die ganze Aktion hat sich über eine Stunde hin gezogen. Kein Wunder, denn die Tiere wiegen ca. 250kg und sind eigentlich nicht für die Fortbewegung an Land gemacht. Für uns war es jedenfalls ein echt geniales Erlebnis!
Leider darf man dabei keine Fotos machen, da der Blitz die Tiere natürlich stören würde, aber eine verfrühte Schildkröte konnten wir doch noch erwischen.

Schildkrötennester


       
Eine verfrühte Schildkröte


Nachdem wir uns mit einigen Leuten unterhalten und auch unsere Reiseführer befragt hatten, haben wir beschlossen nicht mehr bis Port Headland nordwärts zu fahren, da es da wohl nicht mehr so viel zu sehen gibt. Also haben wir uns auf den 700km langen Weg ins Outback gemacht, wo wir in die Mienenstadt Tom Price und den daneben befindlichen Karijini Nationalpark wollten. Neben vielen Kangaroos haben wir unterwegs zahlreiche Emus, bunte Papageie, Echsen, riesige Warane und unzählige Adler gesehen, die auf der Jagd nach Beute waren. Die tierisch nervigen Fliegen durften natürlich auch nicht fehlen…

In Tom Price wurde das Outback mit 46°C (im Schatten!!!) seinem Ruf wirklich gerecht! Also haben wir uns morgens noch vor Sonnenaufgang in den zweitgrößten Nationalpark von Western Australia gemacht und die durch Flüsse ausgeschwemmten, über 100m tiefen Schluchten bestaunt und uns sogar an den Abstieg (und schweißtreibenden Aufstieg ;) ) zu einem der Wasserfälle gemacht, in dessen Pools man sich auch etwas abkühlen kann.

Pool im Karijini Nationalpark


       
Fortescue Falls im Karijini Nationalpark


riesiger Termitenhügel im Karijini Nationalpark


       
kleines Mienenfahrzeug


Damit waren unsere wichtigsten Ziele abgehakt und wir haben uns auf den langen, langen Rückweg in Richtung Perth und die Zivilisation gemacht, wo wir die Reise ausklingen lassen und noch ein wenig die Hafenstadt Fremantle und Rottnest Island erkunden werden. ☺
Wie sich herausgestellt hat, war das auch eine sehr gute Idee, denn am ersten Tag unserer Rückfahrt hat sich da oben ein Zyklon zusammen gebraut und war auf dem Weg nach Tom Price! Die Ausläufer dieses Zyklons haben wir dann selbst anhand überschwemmter Straßen und zahlreichen Gewittern erlebt und als wir wieder in Carnarvon ankamen, waren schon alle Straßen in den Norden gesperrt. Hätten wir die ursprünglich geplante Tour über den Norden gemacht, würden wir jetzt wohl für eine Woche irgendwo festsitzen…

Und schon sind die Straßen gesperrt...


           
Und schon sind die Straßen gesperrt...


Nächsten Freitag heißt es dann nach 6 Wochen wieder Abschied nehmen von Australien und ab nach Hause! Wir hatten wirklich eine tolle Zeit hier und haben so viele einmalige Dinge gesehen und erlebt, dass man sie gar nicht alle in einem Bericht wiedergeben kann. Also müsst ihr wohl eure Koffer packen und es selbst erleben…

Liebe Grüße und bis bald,

Alex und Alice

3 Responses to “Ab in den Norden!”

  1. Jul

    wow, da wird man ja ziemlich neidisch bei diesem Bericht und den Bildern…
    Hier in London ist das absolute Schneechaos…so viel Schnee gab es das letzte Mal wohl vor 18 Jahren…alles lahmgelegt hier. Bin mal gespannt ob ich übermorgen nach Hause komme…im Moment sind hier jedenfalls alle Flughäfen dicht…
    Und ihr? Schwitzt ihr schön?;-) Das wär mir im Moment auch lieber…
    Viel Spaß noch und bis ganz bald schon! Liebe Grüße

  2. Eugen

    Hallo,
    supper Seite, schaue mir das Alles der Reihe an.
    Gruß

  3. Eugen

    :smile: :grin: :cool: